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Am 26.03.2011 wieder mal: Nazis stoppen!

Nazis? Blockieren!!

Im März 2010 gelang es erstmals, den seit 2006 jährlich stattfindenden Naziaufmarsch in Lübeck durch breite Proteste und Aktionen des zivilen Ungehorsams zu stoppen. Die ungefähr 160 Nazis konnten nur wenige hundert Meter gehen – den weiteren Weg versperrten antifaschistische Blockaden.

Dieser alljährliche Aufmarsch war bis zuletzt die wichtigste und größte regelmäßige öffentliche Veranstaltung der Nazis in Schleswig-Holstein. Er sollte für die Nazis eine wichtige Funktion zur Stärkung ihrer Strukturen und ihres Selbstbewusstseins haben. Denn ein ungestörter Nazi-Aufmarsch fördert den Einstieg in die Nazi-Szene, zelebriert den Zusammenhang im Sinne einer nationalsozialistischen Identität und dient der Vernetzung von ansonsten lokal agierenden Nazi-Gruppen. Die Widerstände der vorangegangenen Jahre scheinen bereits die Mobilisierung der Nazis deutlich vermindert zu haben, da sich gegenüber 2009 die Teilnehmerzahlen beinahe halbiert haben. Der Misserfolg des vergangenen Jahres führte zu erheblichem Streit in der rechten Szene. Erst nach langem Zögern wurde der Aufmarsch für den 26.03.2011 und die Folgejahre angekündigt. Für uns heißt es jetzt nicht nachzulassen. In diesem Jahr haben wir die realistische Chance, den Nazis zukünftig die Lust an Aufmärschen in Lübeck zu nehmen!

Der Erfolg der antifaschistischen Mobilisierung war dabei auch Folge eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses von antifaschistischen Gruppen, Kirchen, politischen Parteien und Gewerkschaften. War während des ersten „Trauermarsches“ der Nazis anlässlich der Bombardierung Lübecks durch die Alliierten 2002 trotz überregionaler Mobilisierung in antifaschistischen Kreisen lediglich eine bescheidene Mobilisierung erreichbar, so konnte erst durch die Bildung des breiten Bündnisses „Wir können sie stoppen“ anlässlich des Naziaufmarsches 2006 und der damit einhergehenden Verankerung des Protestes in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen vor Ort eine eindrückliche gesellschaftliche Gegenmobilisierung erreicht werden.

Wenn am 26.03.2011 erneut weite Teile von St. Lorenz Nord abgeriegelt werden sollen, damit die Nazis dort ihre geschichtsverfälschenden Parolen ungestört von Protest und Widerstand verbreiten können, dann werden Tausende Menschen aus Lübeck und Umgebung sich genau dort versammeln, um gemeinsam deutlich zu machen, dass wir die Straßen Lübecks nicht den Nazis überlassen werden. Als Anlaufstellen für 2011 wurden von den im Bündnis „Wir können sie stoppen“ mitarbeitenden Gruppen, Parteien und Kirchenmitgliedern drei Blockadepunkte im Stadtteil festgelegt: der Ziegelteller, die Kreuzung Ziegelstr./Fackenburger Allee und die Ecke Beethovenstr./Richard Wagner Str. (bei der Bodelschwingh-Gemeinde). Diese Blockadepunkte sollen am 26.03. frühzeitig ab spätestens 8.00 Uhr von Menschen besetzt werden, die den Naziaufmarsch verhindern möchten. Uns ist dabei wichtig hervorzuheben, dass wir nicht die Konfrontation mit der Polizei suchen und dass jedeR TeilnehmerIn an den Blockaden jederzeit die Möglichkeit hat, im Falle einer drohenden Eskalation den Ort zu verlassen. Doch je mehr Menschen zusammenkommen, um gewaltfrei und besonnen ihren Widerstand gegen den Naziaufmarsch zum Ausdruck zu bringen, desto unwahrscheinlicher wird auch eine Auseinandersetzung mit der Polizei.

Wir rufen dazu auf, am Samstag, den 26.03. ab 8.00 Uhr sich gemeinsam auf dem Ziegelteller zu versammeln und diesen zu blockieren. Ansprechpersonen u.a. aus unserer Gruppe werden vor Ort sein.

 

Der Zeckenfunk, die Sendung des LBgR, wird während des Tages in Kooperation mit dem Freien Sender Kombinat FSK Hamburg ab 10.00 Uhr von den unterschiedlichen Aktionen im Stadtteil auf dem Offenen Kanal Lübeck berichten, deshalb Radiogeräte mitbringen.

 

 

Das Thema der Nazis und dessen Adaptation durch die Zivilgesellschaft

Als Anlass für den Nazi-Aufmarsch soll die Bombardierung Lübecks durch die Alliierten herhalten. Heuchlerisch und zynisch verschweigen die Nazis dabei, dass es Deutschland war, das den Zweiten Weltkrieg entfachte und so Europa und die ganze Welt in Brand setzte. Wir sind uns bewusst, dass die Nazis an einen gesellschaftlich etablierten Diskurs anzuknüpfen trachten, nach dem die Unterscheidung von Opfern und Tätern verwischt werden soll und Deutschland endlich auch der eigenen Opfer gedenken sollte.

Wenn dieses Jahr die Pröbstin der evangelischen Kirche, Frau Petra Kallies, in ihrem Aufruf zu Andachten am Vormittag des 26.03. ein „Wir gedenken der Opfer des Krieges und des nationalsozialistischen Terrors“ anführt, wenn die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck in ihrem Aufruf gegen Rechtsextremismus anlässlich des Naziaufmarsches formuliert: „Die Bürgerschaft bittet alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, in würdiger Weise der Opfer des Nationalsozialismus und des 2. Weltkriegs, der von Deutschland ausging, zu gedenken. In dieses Erinnern schließen wir ausdrücklich das Leid der Bombennacht zum Palmsonntag 1942 mit ein.“, dann hat sich jenseits der gesellschaftlichen Empörung über Stiefelnazis eine Erinnerungskultur in Lübeck etabliert, die noch vor dem ersten Naziaufmarsch 2002 beschränkt war auf persönliches Gedenken am sogenannten Volkstrauertag im November. An Palmarum (dem Jahrestag der alliierten Luftangriffe) hat die Erinnerung an Lübecker Bombenopfer erst in Zusammenhang mit der Nazipropaganda Eingang in die zivilgesellschaftliche Gedenkkultur gefunden. Während wir keine Einwände gegen eine individuelle Trauerkultur haben, stellt die verallgemeinernde Diktion des „Opfers“, welche gleichermaßen Opfer des deutschen Rassewahns und die volksgemeinschaftlichen Exekutoren desselben auf eine Stufe heben, eine unerträgliche Form der Geschichtsklitterung dar.

Diese Auseinandersetzung gilt es in unseren Augen auch in den eigenen Reihen zu führen, d.h. die Problematik eines deutschen Opfergedenkens auch in den Zusammenhängen gesellschaftlicher Bündnisse zu thematisieren, in denen wir mitarbeiten.

9.3.11 23:23
 


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