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Hetze im biederen Outfit: Monatsblatt „Zuerst!“ trockenlegen!

Seit Ende des letzten Jahres ist mit der monatlich erscheinenden Zeitschrift Zuerst! eine neofaschistische Publikation an vielen Kiosken und Buchläden erhältlich. Die Vertriebsstrukturen werden von der Verlagsunion (VU), einer 100%igen Tochter des Hamburger Bauer-Verlages gewährleistet. Das optisch an etablierten Blättern wie Spiegel und Focus orientierte Magazin wird nach eigenen Angaben mit einer Auflage von 90.000 Exemplaren von dem bekannten Neonazi Dietmar Munier herausgegeben.

Alte Bekannte

Verleger Munier kommt aus den Reihen der Nationaldemokraten und war 1973 stellvertretender Landesvorsitzender der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) in Schleswig-Holstein. In Kiel trat er 1983 für die REP-Tarnorganisation Kieler Liste für Ausländerbegrenzung an. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich Munier in Martensrade (Kreis Plön) eines der größten Verlagsimperien der extremen Rechten aufgebaut, von denen Teile seit Jahren in Verfassungsschutzberichten des Landes Schleswig-Holstein erwähnt werden. Lud Munier ursprünglich auch zu Wehrsportübungen ein, so hat er sich inzwischen auf den „Kampf um die ehemaligen deutschen Ostgebiete“ spezialisiert., so u.a. als Gründungsmitglied der „Aktion deutsches Königsberg“, die sich für eine „Regermanisierung des deutschen Ostens“ einsetzt. Wegen seiner revanchistischen Tätigkeiten erhielt Munier Einreiseverbot in Russland, in Deutschland stand er Ende der 90er Jahre wegen des Buches "Dokumente polnischer Grausamkeiten" vor Gericht. Er gilt in der Neonaziszene als potenter Finanzier, einflussreicher Strippenzieher und Arbeitgeber. So arbeitet in seinem Verlagskomplex z.B. Jens Lütke, NPD-Vize in Schleswig-Holstein. Muniers neuer Chefredakteur ist der ehemalige Redakteur der Tageszeitung Die Welt, Günther Deschner, der schon lange für die völkische Zeitung Junge Freiheit schrieb. Für den Munier-Komplex stand Deschner bislang als Autor und Interviewpartner der extrem rechten Deutschen Militärzeitschrift (DMZ) zur Verfügung. Von dort kommt auch ein weiterer Vielschreiber von Zuerst!, Manuel Ochsenreiter, seit Ende 2004 ist er Chefredakteur der DMZ. Ochsenreiter gab auch schon mal der NPD-Zeitung Deutsche Stimme ein Interview und war 2008 auf Freundschaftsbesuch bei der islamistisch-fundamentalistischen Hisbollah im Libanon, wo er sich vor dem Wrack eines israelischen Panzers ablichten ließ.

Für die Gründung der Zeitschrift Zuerst! kaufte Munier den einschlägig bekannten Nation Europa Verlag, um den Abostamm der Zeitschrift Nation und Europa (NE) mit zu übernehmen. Die 1951 von Arthur Erhard, ehemaligem SS-Hauptsturmführer und Chef der „Bandenbekämpfung“ gegründete NE gilt für den Hamburger Verfassungsschutz als „bedeutendstes rechtsextremes Strategie- und Theorieorgan“. Für Munier ist Zuerst! „…die Umgestaltung von NE, um sie für das 21. Jahrhundert sturmfest zu machen. Zuerst! setzt die bewährte programmatische Linie fort.“ Mit den Dauerbrennern nationale Identität, Kulturkampf, Attacken auf die vermeintlich allgegenwärtige political correctness und kaum verhohlenem Rassismus unterscheidet sich Zuerst! kaum von anderen Blättern aus dem rechten Sumpf. Auch antisemitische Verschwörungstheorien werden z.B. in der Titelstory  der ersten Ausgabe „Wer regiert Deutschland wirklich? Banker und Politiker, Spekulanten und Strippenzieher“ gepflegt. Von einer „Nomenklatura“ „effizient-diskret tätige(n) Schattenmännern – einer Kaste gleich“ und von „führenden Wallstreet-Investmentbankern“ wird in dem Artikel geraunt – und der braune Leser weiß auch ohne die explizite Erwähnung, dass hier das „jüdische Finanzkapital“ gemeint ist. Und nach dem Debakel des Naziaufmarsches 2010 in Dresden durften die Leser_innen erfahren, dass es hierbei „Linksextremisten“ unter Duldung der Polizei nur darum gegangen sei, “politisch unliebsame Gruppen von Menschen an ihrem stillen Gedenken zu hindern“.

Bauer-Verlag mitverantwortlich

Muniers Blatt unterscheidet sich jedoch von den übrigen Publikationen des Neofaschismus darin, dass es mit der Verlagsunion (VU) über einen der größten Zeitschriftenvertriebe Deutschlands vertrieben wird und entsprechend einen sehr hohen Verbreitungsgrad aufweist. Da der Bauer-Verlag seit Jahrzehnten alle Anteile an der VU hält, ist dieser auch verantwortlich für diese Kooperation. Nur durch die Bauer-Tochter könnte es Munier gelingen, seine Nazizeitung über Bahnhofskioske etc. auch in dem letzten Dorf zu verkaufen. Bisher sind die meisten Nazizeitungen nur im Abonnement erhältlich. "Im Vordergrund steht hierbei immer der wirtschaftliche Erfolg der Zeitschriften" schreibt die VU in ihrer Unternehmensphilosophie. Der Bauer-Verlag ist also mitverantwortlich, wenn Nazipropaganda überall erhältlich ist, ein brauner Strippenzieher wie Munier damit Geld und Einfluss gewinnt und dieser in seinem Verlagskomplex weiterhin Kameraden aus der NPD einen Arbeitsplatz bieten kann.

Perspektiven
Es bleibt zu hoffen, dass sich Munier mit Zuerst! übernommen hat und der real existierende Kapitalismus dem Projekt mittelfristig ein Ende bereiten wird. Erste Hinweise dafür liegen vor: So kann er immer noch nicht auf ein feste Redaktion, geschweige denn auf einen Redaktionsraum zurückgreifen. Aufgrund des Hochglanzdruckes und der fehlenden Anzeigeneinnahmen ist der Preis mit 6,50€ sehr hoch und dadurch für noch-nicht-Nazis wohl kaum attraktiv.
Der zu erhoffende Niedergang der Zeitschrift lässt sich jedoch auch beschleunigen, z.B. durch Gespräche mit Kioskbesitzer_innen, welche Inhalte sich hinter der biederen Hochglanzoptik des Blattes befinden. Die Bereitschaft, das rechtextreme Drecksblatt aus dem Sortiment zu nehmen, ist nach unseren Erfahrungen bei vielen Kioskbesitzer_innen gegeben.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Bauer-Verlag aufzufordern, die Verbreitung der Zuerst! über die Verlagsunion einzustellen, entweder per email (Kontaktadressen unter www.bauermedia.com) oder postalisch an Heinrich Bauer Verlag KG, Burchardstraße 11, 20077 Hamburg

20.5.10 16:32
 


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